Das sagen Eltern

2014 führte das Kompetenzzentrum Prävention und Gesundheit der Hochschule Luzern mit einer Elternbefragung eine erste wissenschaftliche Evaluation der Wirksamkeit von Jugendlohn durch. Alle Elternaussagen auf dieser Website stammen aus der Evaluation.

«Ich finde es eine ganz brillante Idee, dass die Kinder relativ früh lernen, mit Geld umgehen. Ich denke,  sie sind so weitaus weniger gefährdet in eine Verschuldung hineinzukommen, weil sie einfach gelernt haben was ich habe, das kann ich ausgeben und was ich nicht habe, das habe ich nicht.»

«Ich finde es total positiv, auch für den Jugendlichen: der ganze Umgang mit dem Geld findet aus einem anderen Blickwinkel statt, wenn sie selber darüber entscheiden können.»

«Am Anfang war die Einteilung schwierig für ihn. Und es war schwierig für mich hart zu bleiben, ihm nichts zu gegeben zwischendurch fürs Kino, nicht das Portemonnaie zu zücken.»

«Also die Mutter hatte am meisten Mühe mit der Umstellung (lacht), ja, da sieht man einen lässigen Pullover oder eine lässige Hose und muss alles liegenlassen. Eine Wahnsinnsumstellung, aber ich habe es geschafft …»

«Die Jugendlichen merken selber, wie sie mit dem Geld umgehen sollen»

«Mein Sohn brauchte Sportschuhe fürs Schulturnen. Es mussten unbedingt Nike- oder Adidas-Schuhe sein, was grad Mode war. Ich habe ihm dann gesagt, dass die 230 Franken kosten dass sie in drei Monaten "durch" sind, wenn er in der Halle Fussball spielt. Das hat dann natürlich Auseinandersetzungen gegeben. Das waren wirklich schwierige Situationen. Als er dann den Jugendlohn hatte, kam er mit diesen Migros-Budget-Turnschuhen nach Hause, mit den grünen Schuhbändeln. Jeder seiner Kumpels konnte das sehen. Er hätte ja von den 230 Franken die 150 nehmen können und teurere Schuhe kaufen können, aber irgendwo hat es ihn gereut. Das war so eine der ersten Erfahrungen mit dem Jugendlohn, die meinen Mann und mich zum Schmunzeln gebracht hat.»

«Er hat es im Griff. Er wägt ab, liegt das jetzt drin oder eben nicht. Das ist gut. Er braucht auch viel weniger Sachen. Er gibt weniger Geld aus.»

«Wir haben vor allem auch betont, dass wenn er kein Geld mehr hat auf dem Konto hat und der Monat ist noch nicht fertig, dass wir da einfach konsequent sind und es kein zusätzliches Geld gibt. Das war eine der wichtigsten Abmachungen. Das haben wir dann auch einmal «durchziehen» müssen und dann hat er es gewusst.»

«Der Jugendlohn gibt einem 14-Jährigen ein echte Autonomie, ein Stück weit Unabhängigkeit und auch Feld zum Ausprobieren»

«Ich weiss zwar nicht, ob das direkt mit dem Jugendlohn zu tun hat, aber er ist jetzt in diesem Jahr sehr selbständig geworden. Beispielsweise bei der Bewerbung für Lehrstellen, da hat er alles selber gemacht.»

«Es ist Entlastung für die Eltern. Für uns ist es sehr entlastend.»

«Für mich ist es Freiheit. Ich muss nicht immer nur mahnen, sie sollen Sorge tragen und aufpassen. Ich muss mir nicht mehr anhören, das und das möchte ich neu, der hat dieses Computerspiel und jenes elektrische Gerät. Ich kann einfach sagen:‘ ja gut, dann fängst du an zu sparen, dann schaust du, dass du etwas auf die Seite legst.‘ Es gibt Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke, aber ansonsten kann ich wirklich sagen,‘ du musst selbst Prioritäten setzten‘. Ich finde das entlastet extrem. Auch wenn etwas in der Wut kaputt geht, dann kann ich einfach sagen, ‚ja schade, du musst das neu kaufen.‘»

«Wir hatten wie so viele Eltern mit unserem Sohn auch immer ein wenig Spannungen gehabt wegen des Taschengelds, das natürlich nie reichte, oder wenn er Mitte Monat kein Geld  mehr hatte und trotzdem etwas machen oder kaufen wollte. Das hat immer so zu Spannungen geführt.. Und die sind mit einem Schlag einfach weg gewesen. Es ist dann einfach alles klar gewesen. Die Regeln sind bekannt und klar gewesen und vorher haben wir es vielleicht auch nicht so klar deklariert gehabt. Es war einfach eine allgemeine Entspannung»

«Aber, was gut war, wir haben darüber gesprochen, über Geld haben und nicht Geld haben und was mit dem Geld machen. Diskussionen hat es ausgelöst. Das habe ich sehr gut gefunden.»

«Man ist wirklich mehr in einer Berater- als in einer Erzieherrolle in dem Sinn. Von dem her finde ich, hat sich die Beziehung zum Kind insofern geändert, dass man es auch ganz anders respektiert, dass man ihm zumutet, dass es das kann, dass es auch gewisse Entscheidungen fällen kann.»